Adobe integriert Fotolia als neuer „Adobe Stock“ Dienst in die Creative Cloud

Letzten Dezember 2014 hat Adobe die in Deutschland beliebte Bildagentur Fotolia für 800 Millionen USD übernommen. Es war zwar klar, dass Fotolia damit irgendwann in die Desktop Apps der Creative Cloud kommen würde, weitere Details waren bei der Übername jedoch noch nicht bekannt.

Adobe Stock LogoJetzt hat Adobe auf ihrem Creative Cloud Event in Berlin den neuen Dienst „Adobe Stock“ vorgestellt. Mit Adobe Stock integriert Adobe die über 40 Millionen Stockfotos von Fotolia direkt in Photoshop, Illustrator und Co. und bietet diese auch auf Adobe.com zum direkten Download an.

Die Integration von Adobe Stock in die Creative Cloud sowie direkt in die Applikationen macht sehr viel Sinn. Laut Adobe benutzen nämlich über 85% der Käufer von Stockfotos Adobes Software.

Preise von Adobe Stock

Wer gehofft hat der Kauf von Fotolia durch Adobe würde zu kostenlosen Stockfotos oder zu besonders günstigen Abo-Preisen führen, wird leider etwas enttäuscht sein, wenn er die Adobe Stock Preise sieht. Zwar gibt es für Adobe Creative Cloud Abonnenten einen bis zu 40% vergünstigten Preis, jedoch kosten die Bilder bei Adobe Stock in etwa so viel wie bei Shutterstock und iStock.

Alle nachfolgenden Preise gelten nur für Kunden die ein aktives Adobe Creative Cloud Abonnement haben. Preise für „normale Endkunden“ hat Adobe noch nicht bekannt gegeben.

Adobe Stock Preise

Einzelbilder:

Gibt es schon für nur 9,99€ zzgl. MwSt. ohne Abo oder Creditkauf. Einfach Foto auswählen und kaufen.

10 Bilder im Monat (Jahres-Abo):

Kosten 29,99€ zzgl. MwSt. Dabei handelt es sich um ein Jahres-Abo. Zusätzliche Bilder kosten hier nur 2,99€ zzgl. MwSt. Ausserdem kann man bis zu 120 Bilder von einem Monat mit in den nächsten nehmen.

10 Bilder im Monat (Monats-Abo):

Kosten 49,99€ zzgl. MwSt. Dabei handelt es sich um ein Monats-Abo (also monatlich kündbar). Auch hier ist ein Übertrag von max. 120 Bilder in den nächsten Monat möglich.

750 Bilder pro Monat (Jahres-Abo)

Fast schon ein Standard bei Abo-Bildagenturen ist die Option bis zu 750 Bilder pro Monat im Abo herunterzuladen.

  • Hier ist Adobe Stock mit 159,99€ zzgl. MwSt. im Jahres-Abo recht günstig (im Vergleich Shutterstock kostet 199€). Bei dieser Option legt man sich jedoch auf 12 Monate fest.
  • Wer kein Jahres-Abo braucht, ist bei Adobe Stock mit 199,99€ zzgl. MwSt. dabei (Shutterstock ist auch hier 50€ teurer mit 249€).

Nicht vergessen, zu allen Preisen kommt noch die entsprechende MwSt.. Diese wollte ich hier nicht drauf rechnen, um einen besseren Vergleich zu Shutterstock zu erhalten.

Fazit zu den neuen Adobe Stock Preisen

Alles in Allem sind die Preise etwas höher als erwartet. Auch wenn Adobe mit den über 3,4 Millionen aktiven Creative Cloud Nutzern eine riesige „Crowd“ an Kreativen im Zugriff hat, hätten Sie mit einem Knallerangebot oder einem integrierten Abonnement den Bildagentur-Markt richtig aufmischen können.

Was passiert mit Fotolia?

Laut Adobe wird Fotolia weiterhin als vollwertige Bildagentur in Europa weitergeführt. Das ist sicherlich ein cleverer Schachzug, da Fotolia, in Deutschland ja Marktführer, in Europa eine extrem starke Marke ist. In den USA hingegen, wo Fotolia noch nicht so bekannt ist, wird Adobe mit Adobe Stock bestimmt einen guten Start hinlegen. Vielleicht erinnern sich auch einige Amerikaner an das vor einigen Jahren eingestellte „Adobe Stock Photos“ Experiment.

Schauen wir uns doch einmal an, wie Adobe Stock in den Creative Cloud Workflow integriert wird.

Integration in die Creative Cloud – so funktioniert Adobe Stock

Adobe Stock Suche Bibliothek

Jeder Creative Cloud Nutzer kann sich einfach auf stock.adobe.com mit seinen Zugangsdaten einloggen. Danach kann er wie in jeder anderen Bildagentur suchen und die gewünschten Bilder dann entweder auf den Desktop herunterladen oder sie in die „Cloud pushen“. Diese Funktion bietet ausserdem die Möglichkeit direkt in eine Bibliothek z.B. in Photoshop zu speichern. Das funktioniert mit Vorschaubildern genauso wie mit der finalen hochauflösenden Version.

adobe-stock-photoshop

Die ausgewählten Stockfotos von Adobe Stock erscheinen damit automatisch in der jeweiligen Bibliothek z.B. in Photoshop. Dort kann man sie dann in die jeweilige Photoshop-Datei reinziehen. Mit einem Rechtsklick erhält man die Möglichkeit, das Bild sofort zu lizenzieren oder weiter zu bearbeiten.

adobe-stock-lizenzieren

Das Tolle daran ist, dass man direkt mit Vorschaubildern arbeiten kann, denn sobald man sich dazu entscheidet das Bild bei Adobe Stock zu kaufen, kann man mit einem Klick das Vorschaubild gegen das Finale hochauflösende Stockfoto ersetzen.

Die Verzahnung von Adobe Stock in die Creative Cloud Applikationen wie Photoshop ist zwar noch nicht perfekt, (so kann man z.B. nicht direkt in Photoshop suchen) ist aber für den Start sicherlich gut genug.

Fazit zu Adobe Stock

Adobe hat mit dem Start und der Integration von Adobe Stock vieles richtig gemacht. Die Integration in die Creative Cloud Applikationen wie Photoshop sind einfach zu bedienen.

Die Zeit wird zeigen, ob die tiefe Integration in die Creative Cloud genug ist, um Millionen Kreative an Adobe Stock zu binden. Es bleibt also weiterhin spannend in der Bildagentur-Branche.

Was halten Sie vom neuen Adobe Stock Dienst? Hinterlassen Sie einfach unten einen Kommentar.

 

Seit mehr als 15 Jahren fotografiere und beschäftige ich mich mit Microstock-Agenturen. Als Brancheninsider möchte ich mit meinem Online-Magazin Fotokaufen.de allen Fotokäufern einen Überblick über den großen Bildagentur-Markt mit seinen unzähligen Bild-Agenturen geben und damit helfen, die richtige Agentur zu finden.