Risiken bei der Bildersuche bei Google Images mit Filter für Nutzungsrechte

 

Wie vor wenigen Tagen durch Matt Cutts, einen der Manager von Google, über Twitter mitgeteilt wurde, ist seit Neuestem in der Google-Bildersuche auch die Option eingeführt worden, Bilder nach Nutzungslizenzen zu sortieren. Damit ist es nun theoretisch möglich, über Google Images Bilder zu finden, die kostenlos auch für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden können.

Suchresultat Google Bilder für "Berlin Mensch" (Screenshot Google.de)

Suchresultat Google Bilder für „Berlin Mensch“ (Screenshot Google.de)

Was sind die möglichen Probleme, die mit dem neuen Filter verbunden sind?

Google beschreibt die neuen Filterungsoptionen mit Worten wie „zur kommerziellen Wiederverwendung gekennzeichnet“. Damit sagt Google letztlich nichts anderes, als dass sie bei der automatische Suche im Internet einen entsprechenden Vermerk in der Nähe des Bildes gefunden haben. Eine Garantie für die Richtigkeit dieser Angaben übernimmt Google selbstverständlich nicht, das Risiko trägt damit der jeweilige Nutzer. Die möglichen Probleme beginnen damit, dass nicht bei allen Bildern garantiert werden kann, dass der eigentliche Urheber – also der Fotograf – diese Bilder ins Internet gestellt hat oder dies durch eine andere Person geschehen ist.

Selbst wenn Google jedoch Recht behält, sind die meisten der Bilder keinesfalls zur unbeschränkt freien Nutzung freigegeben. Faktisch sind viele Bilder – beispielsweise auf Flickr, Wikipedia oder der Fotocommunity – mit einer sogenannten Creative Commons-Lizenz versehen. Dies erlaubt zwar die Verwendung auch für kommerzielle Zwecke, jedoch ist auch immer der Urheber zu nennen. Dies gilt auch für eine werbliche Verwendung. Außerdem müssen oftmals abgewandelte Versionen des Bildes mit derselben Lizenz erneut zur Verfügung gestellt werden, das heisst auch eine damit gestaltete Werbung muss folglich kostenlos zur weiteren Nutzung abgetreten werden.

Urheberrechte und Nutzungsrechte sind nicht alle zu beachtenden Rechte

Aber auch Bilder, die unter einer freien Lizenz bereitgestellt werden, sind nicht immer unproblematisch. Unter den aufgeführten Suchresultaten oben findet sich unter anderem ein Bild mit zwei angetrunkenen Männern bei Flickr. Hier verzichtet der Fotograf zwar auf Lizenzgebühren für die Verwendung des Bildes, damit sind jedoch nicht die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen abgedeckt. Eine unberechtigte Veröffentlichung könnte eventuell eine Schadenersatzklage der zu sehenden Menschen nach sich ziehen.

Wie kann ich mich vor Problemen schützen?

Für die Verwendung auf privaten Blogs kann die neue Bildersuche von Google möglicherweise hilfreich sein. Spätestens jedoch, wenn die Bilder zu kommerziellen Zwecken – ob diese Werbeeinblendungen auf dem eigenen Blog oder die Seiten des eigenen Unternehmens sind – verwendet werden, sollte man sicherstellen, dass alle betroffenen Rechte abgesichert sind.

Hier empfiehlt es sich also weiterhin, auf Bildagenturen zu setzen, bei denen auch die abgebildeten Personen ihr Einverständnis zur kommerziellen Verwendung gegeben haben. Kaufen Sie daher am besten ihre Fotos bei einer Bildagentur aus unsere Bildagentur-Liste. Aber selbst wenn Sie Fotos kaufen, sollten Sie sich folgenden 5 Missverständnisse beim Fotokauf einmal durchlesen.

Bilder: Screenshots Google.com

Seit mehr als 15 Jahren fotografiere und beschäftige ich mich mit Microstock-Agenturen. Als Brancheninsider möchte ich mit meinem Online-Magazin Fotokaufen.de allen Fotokäufern einen Überblick über den großen Bildagentur-Markt mit seinen unzähligen Bild-Agenturen geben und damit helfen, die richtige Agentur zu finden.